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Kultur und Neugier

Was ist ein Swingerclub? Was drinnen wirklich passiert – von Sydney bis Drenthe

In Sydney bedeutet eine offene Tür mitmachen, eine abgesperrte Tür nur zuschauen, und eine geschlossene Tür draußen bleiben. Ein niederländischer Club mit 20 Jahren Geschichte sagt, man muss nicht Sex haben, nur weil man gekommen ist. Berichte aus erster Hand von Menschen, die in fünf Ländern tatsächlich durch die Tür gegangen sind.

Die meisten Menschen, die nach Swingerclubs suchen, wollen wissen, ob das, was sie in Filmen gesehen haben, der Realität entspricht. Die Berichte von Menschen, die tatsächlich durch die Tür gegangen sind, erzählen eine ziemlich andere Geschichte.

Sydney: Die Tür spricht für sich

Sydneys Our Secret Spot veranstaltet eine „Newbie Night" nur für Erstbesucher. An diesem Abend lernen sie unter anderem die Sprache der Türen. Eine offene Tür bedeutet: hereinkommen und mitmachen; eine abgesperrte Tür bedeutet: zuschauen, aber nicht mitmachen; eine geschlossene Tür bedeutet: draußen bleiben. Niemand muss fragen, niemand muss eine Zurückweisung hören. (Super Fit Dad, 2. Jan. 2025)

Jess Cattelly, die den Club aufgebaut hat, sagt, Neulinge kämen mit der Vorstellung, ein Sexclub sei „ein Nachtclub, in dem einen seltsame Männer begrapschen". Die Türregeln existieren, um genau dieses Bild zu löschen. (Marie Claire Australia, 31. Dez. 2024)

Drenthe und Balen: Zwanzig Jahre – und die Türen öffnen, um hineinzuschauen

Erorama in Drenthe, Niederlande, feierte 2026 sein 20-jähriges Bestehen. Während andere Clubs der Branche laufend schließen, zieht er weiterhin wöchentlich Hunderte Besucher an, meist zwischen 40 und 60 Jahren. Was der Floor Manager des Clubs betont, überrascht: Nur weil man gekommen ist, muss man keinen Sex haben. Inhaber Jan van Duyvenbode sagte: „Das Bild, das die Leute haben, weicht meist von der Realität ab." (Hart van Nederland, 6. Juni 2026)

Eroxx in Balen, Belgien, veranstaltete im August 2025 einen Tag der offenen Tür, an dem Besucher das Lokal vollständig bekleidet besichtigen konnten. Inhaber Bart Jacobs sagte: „Ich will zeigen, dass das kein billiger 08/15-Club ist." An Wochentagnachmittagen kommen rund 200 Besucher, samstags gilt: nur für Paare. (VRT NWS, 24. Aug. 2025)

In der ersten Stunde passiert nichts

Der australische Kolumnist James Innes-Smith besuchte eine kostenpflichtige Veranstaltung, die als Treffen der „sexuellen Elite der Welt" beworben wurde, und schrieb, die Menschen, die er dort tatsächlich traf, seien gewöhnliche Paare mittleren Alters gewesen, die Nähe suchten – und die meisten Gäste hätten bis zum Ende des Abends keinen Sex gehabt. Der Artikel trug die Überschrift „An einer Sexparty ist nichts Sexy". (The Spectator Australia, 25. Jan. 2025)

Eine studentische Journalistin, die über eine Londoner Party berichtete, beschrieb eine Kleiderkontrolle an der Tür und einen Aufkleber, der über ihr Kameraobjektiv geklebt wurde. Sie befragte vier Gäste im Alter von 30 bis 57 Jahren, die meisten sprachen zuerst über Kommunikation und das Gefühl von Sicherheit, erst danach über Sex. (The Boar, 4. Juni 2025)

Was der Club eigentlich verkauft

Carmen Quijano, die den Club Palladium in Valencia, Spanien, leitet, stellt jedem neuen Besucher einen eigenen Guide zur Seite. „Ein Neuling bekommt eine Person ganz für sich allein." Als die Pandemie den Club für etwa ein Jahr zur Schließung zwang, schickten Mitglieder freiwillig Spenden zwischen 150 und 2.000 Euro. (Merca2, 16. Nov. 2025)

Obwohl es sich um einen kostenpflichtigen Club handelt, war der Grund, warum Mitglieder ihr eigenes Geld schickten, nicht die Einrichtung. Es waren die Menschen.

Was sich überschneidet

  • Türen und Signale — Wo: Sydney · Was es bewirkt: erlaubt es, ohne ein Wort abzulehnen
  • Newbie Nights und persönliche Guides — Wo: Sydney, Valencia · Was es bewirkt: lässt Neulinge nie allein
  • Versiegelte Kameras und beschlagnahmte Handys — Wo: Berlin, London, Sydney · Was es bewirkt: verhindert, dass die Party nach außen dringt
  • „Man muss nicht" — Wo: Drenthe, Berlin · Was es bewirkt: nimmt den Druck heraus

ZAVOS ist kein Club

ZAVOS hat keine Tür und kein Schild. Städtebasierte Mitgliedercommunitys lassen geprüfte Mitglieder sich privat treffen; die Teilnehmer teilen die tatsächlichen Kosten für Location und Essen zu gleichen Teilen, und Organisatoren erhalten keine Bezahlung. Was in Sydney die Tür leistet, übernimmt bei ZAVOS das Armband. Seine Farbe sagt, wofür man gerade offen ist – und was das Armband nicht sagt, ist nicht erlaubt.

FAQ

Muss ich mitmachen? Jeder oben genannte Club sagt: nein. Eine Berliner Party hat es sogar als Hausregel festgehalten: „Sex kann passieren, muss aber nicht."

Kann ich allein hingehen? Kostenpflichtige Clubs verlangen von Paaren meist weniger, was Singles benachteiligt. ZAVOS ist eine Mitgliedschaft, die um Einzelpersonen herum aufgebaut ist.

Muss ich meinen echten Namen angeben? Das ist von Club zu Club unterschiedlich. ZAVOS erhebt keine echten Namen, Telefonnummern oder Gesichtsfotos. Mitglieder kennen einander nur unter Spitznamen.

Quellen: siehe die Links im Text.

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